ANABOLICAR´s Jungfernfahrt mit der Raubkatze – Jaguar XKR

Von Pantelis Makris. 16. April 2011

Heute war es soweit! Die erste Testfahrt von ANABOLICAR und das gleich mit einer Schönen und einem Biest.

Ein autovernarrter Unternehmensberater aus Göttingen wollte seine Raubkatze wieder zurück in seinen Käfig. Ich durfte Ihn begleiten und seine Katze nach Hause bringen.

Diese hatte er zeitlich befristet an einen persischen Gastronom aus Amsterdam verliehen.
Los ging es in Richtung NL mit einem BMW Z4 Roadster sDrive mit 3.0 Liter Hubraum und 258 PS. Eine Schönheit in Alpinweiss mit schwarzen Leder und M Paket. Alles sehr harmonisch und stimmig mit 19er High Heels die dem Kleid ausgezeichnet stehen. Qualitatives sehr hochwertig verarbeitetes Interieur, Haptik und Optik der Bedienelemente und Materialien sind ohne Tadel, benutzerfreundliche Bedienung des Cockpits und alles in einem aufregendem Design verpackt. Die Fahrt war sehr entspannt – direkte, straffe Lenkung, auf den Bedarf einstellbares Fahrwerk und ausreichend Leistung um auch mal richtig flott unterwegs zu sein. Das Enstpannte war kurz vor Holland verflogen als wir versuchten einen Ferrari, Modell unbekannt, mit leider zu hohem Abstand hinterherzujagen. Auch bei TopSpeed >240 km/h ist der Kontakt zum Asphalt dank Sportmodus spitze. Mann fühlt sich fest im Sattel, trotz der kleinen Pilotenkabine. Den HighSpeed merkt man lediglich durch die hohe Windgeräuschentwicklung. Kurz vor Grenzübertretung fuhr der Ferrari ab, sodass wir wieder relaxed weiterrollen konnten und musste, da in NL 120er Limit herscht und Geschwindigkeitsübertretungen mit hohen Geldstrafen geandet werden.

Dann kam die schöne Braut zum wilden Bräutigam. Ein Biest von Jaguar XKR, in schwarz auf 20 Zöller mit 285er Antriebstatzen. Ein Brite der gar nicht so „britisch bieder“ daherkommt. Die Front ähnelt der eines Mantarochen statt einer Schmusekatze. Ein GrandTurismo mit 4,2 Liter und 416 PS. Also, kurz in die City von Eindhoven zum Fotoshoting und dann ab auf die Bahn. Ich sag nur WAHNSINN…416 PS ist ja schon ne menge Muskelmasse auf den Hinterläufen, aber in diesem Biest hat man gefühlte 600 PS. Bedingt durch die permanent offenen Drosselklappen (nicht Serie – war Umbauwunsch des Besitzers) brüllt der Motor eher wie ein mit ´ner .357 Magnum angeschossener Grizzlibär statt eine schlanke Wildkatze. Schub gibt es satt und ohne Zugkraftunterbrechung bis zur Geschwindigkeitsabriegelung bei 250 km/h (laut Tacho 260)  bei lediglich 4.700 U/Min, reicht aber auch – denn bei diesem Speed fühlte ich jede Spurrille und jede Unebenheit auf der Fahrbahn – als hätte ich Blattfedern als Fahrwerk. Also drosselte ich den Speed und fokusierte meinen Spaß auf „katapultbeschleunigungskicks“, im Fachjargon „Elastizitätswerte“ genannt. In einem langen Tunnel auf dem Ruhrschnellweg höhe Essen donnerte der 8 Zylinder bei einem KickDown so gewaltig das der Seismograph der Erdebeebenmesssation Bensberg mit Sicherheit ausgeschlagen hat.  Meine Euphorie nahm ein Ende als ich in eine Vollsperrung geriet, von der Bahn musste und mit dem sehr bedienerunfreundlichem Navi zu kämpfen hatte. Da ich mich in der Region auskenne fuhr ich durch Gelsenkirchen/Schalke meine eigene Umgehungsnavigation und fuhr NonStop weiter mit 180 km/h CruiseControl Richtung Göttingen.
Das Interieur wird dem Neupreis von 110.000,- Euro leider nicht ganz gerecht- schlecht bedienbares Navi, billige Plastikschalter und Sitze die eher an einen britischen elitären Zigarrenraucherclub erinnern als an ein TopSport Luxuscoupé. Ein absolutes NoGo ist der Schlüssel. Trotz KeylessGo ist der Schlüssel von der Materialbeschaffenheit so billig daß das Chrom vom Plastik platz (siehe Fotos). Das darf bei einem Luxusprodukt in keinem Fall passieren – den verantwortlichen Produktentwickler würde ich kündigen. Aber über all das tröstet das „JamesBond-Die another day“ feeling sowie die Motorleistung und die RocknRoll Akkustik des Abgassystems hinweg.

Fazit:
674 PS mit 2 Autos an einem Tag. Das kriege ich sonst in einer Woche nicht zusammen.
Für mich war es die Jungfernfahrt mit ANABOLICAR und das gleich mit einer schönen, strahlend weißen und gutmütigen BMW Sommerbraut die von der biestigen, brülenden Wildkatze abgelöst wurde. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht.

Achja…der Besitzer hat mir bereits den nächste Testdrive angeboten….mit einem PORSCHE, einem PORSCHE 911 Turbo.

Ich freue mich schon…